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Wollen wir nicht alle VIPs sein?

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Die West. Wo andere den „Block“ stehen haben, beherbergt der FC Red Bull Salzburg unter anderem seine VIPs und Skyboxen. Letztere sind gut mit Sponsoren und Firmen belegt. Nichts für die kleine Brieftasche und auf Ewigkeiten ausgebucht. Auf den vergleichsweise „billigeren“ Rängen, aber immerhin mit gepolstertem Sessel, sitzen die VIPs. Leute, die sich das Erlebnis „Fußball“ € 300,– pro Person und Spiel kosten lassen. Dafür gibt’s DO & CO-Catering, Getränke und Parkplatz. Unbenommen, diese Leute lassen gutes Geld da.

Da bleibt auch was für die Kriegskasse des Vereins über. Und das ist auch gut so. Weil notwendig. Auch der vergleichsweise „reiche“ Salzburger Verein war und ist von den Corona-Einbußen betroffen.

Was dort allerdings nur in den seltensten Fällen passiert, ist „Stimmung“. Die „La Ola“-Welle verebbt dort regelmäßig, mitsingen ist Mangelware – vielleicht bei einem internationalen „I am from Austria“ wird mit den Fahnen gewedelt, die dort von Fans und Mitarbeitern ausgelegt wurden. Das war’s dann auch schon. Unbenommen, diese Leute lassen gutes Geld da.

Gestern hat der FC Red Bull Salzburg seinen Fahrplan durch den Sommer veröffentlicht. Testspiele in Bramberg, Zell am See und in der Akademie stehen an. Keine Zuschauer, Übertragung via Webseite. Und da gibt’s auch einen kleinen Kracher: 22. August, Red Bull Arena, Ajax Amsterdam kommt. Der treue Fan erinnert sich sofort an die Auswärts-Show. Eine für Salzburger Verhältnisse große Anzahl an Fans machte sich damals auf den Weg, um die Elf in Holland zu unterstützten. 98% aus der organisierten Fanszene, 2% VIPs. Dieses Verhältnis – plus/minus ein paar Prozent – gilt wohl für jede Auswärtsreise am internationalen Parkett. Fans die zumeist mit Bussen anreisen fahren hier günstiger, denn die VIPs fliegen – zumeist. Unbenommen, diese Leute lassen gutes Geld da.

Fußball ohne Fans ist nichts.

Und jetzt kommt Ajax Amsterdam wieder. Anderes Jahr, andere Mannschaften – nur der gleiche Corona-Wahnsinn wie seit Monaten. Letzterer bringt immer noch seine Reglementierungen mit sich. 1.250 Personen lässt der FC Red Bull Salzburg bei diesem Testspielkracher zusehen. Doch sind es die Fans, die seit Jahren ihr Herzblut für den Verein geben? Die jedes (internationale) Spiel mit Gesang, Choreografie und Stimmung zum Leben erwecken? Nein. Diese 1.250 Plätze werden unter VIP- und Sky Business-Card Inhabern ausgelost. Unbenommen, diese Leute lassen gutes Geld da.

Mögliche strategische Entscheidungen im Hintergrund sind wohl nur den Vereinsmitarbeitern bekannt, wieso es explizit dieses Klientel ist, das in den „Genuß“ dieser exklusiven Rechte kommt. Der Fan auf der Nord hätte sich – moralisch – dieses Dankeschön des Vereins wohl weit mehr verdient. Ja, an diesen Leuten verdient man vielleicht nicht soviel Geld, wie an den Leuten auf der West und dem dort beheimateten Oberrang. Unbenommen, diese Leute lassen gutes Geld da.

Auch wenn dem „gemeinen“ Fan bei diversen Veranstaltungen oder Sitzungen immer wieder beteuert wird, wie „wichtig“ er ist, wenn es um Stimmung, Choreo oder andere Aktionen geht, die das Ambiente des Spieltags erst komplettiert, so wenig wird es dem Fan in dieser – sicherlich schwierigen -Situation gezeigt. Kein echter Fan beim Testspielkracher, dafür die „stimmungstötenden“ Besucher auf den teuren Plätzen. „Da siagst as, do host as“ sagt man in Salzburg. Unbenommen, diese Leute lassen gutes Geld da. Wenn das dem Verein nicht irgendwann am Kopf fällt…

PS: Bevor hier etwas aufkommt: Ich wäre an diesem Spieltag ohnedies auf Urlaub 😉

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