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Champions-League-Hattrick oder Malmö 2.0?

Für die Salzburger Kicker geht es wieder einmal um Europas Königsklasse, das entscheidende Playoff-Rückspiel zur UEFA Champions League steht an. Der österreichische Serienmeister trifft in der dänischen Hauptstadt auf Bröndby IF, welcher vor acht Tagen hochverdient, wenn auch in letzter Minute mit 2:1 in der Red Bull Arena geschlagen werden konnte. Das Hinspiel vergangene Woche diente dabei als perfektes Spiegelbild für die unzähligen Qualifikationsversuche, die Salzburg in den letzten 15 Jahren bereits unternommen hatte.

Der österreichische Serienmeister fing sich gleich in der Anfangsphase einen Gegentreffer ein, von welchem Bröndby beinahe 90 Minuten lang zehrte. Erst Aaronsens Last-Minute-Siegestreffer nahm zumindest etwas den Druck vom Kessel, davor verzweifelten die Heimischen regelmäßig am Abwehrbeton des dänischen Meisters. Immerhin ist der Heimsieg seit der Abschaffung der Auswärtstorregel gefühlt etwas mehr wert als noch in vergangenen Jahren, da Bröndby ein 1:0-Heimerfolg nicht zum Aufstieg reichen würde.

Die Salzburger beim Abschlusstraining im Bröndby Stadion / Bild: Getty Images

Es ist noch nichts geschafft

Dass uns die Dänen zu Hause mit der Unterstützung von 25.000 frenetischen Anhängern in die Bredouille bringen können, ist für einen guten Teil des Salzburger Anhangs ob der Überlegenheit im Hinspiel denkunmöglich. Dabei sollte uns gerade die Geschichte lehren, dass das Los mit der Aufschrift FC Salzburg erst dann bei der morgigen Auslosung der Gruppenphase zu finden sein wird, wenn die Partie im Kopenhagener Vorort Bröndby abgepfiffen wurde und das Spiel zu Gunsten der Rot-Weißen ausgegangen ist.

Denn bis vor drei Jahren war das Play-Off das größte Schreckgespenst, dass den Mozartstädtern regelmäßig in die sprichwörtliche Suppe gespuckt hat. Trotz oftmals drückender Überlegenheit konnte sich in vielen Duellen die eigene spielerische Klasse nicht gegen den Kampfgeist, den unbedingten Siegeswillen der teilweise biederen Gegner durchsetzen. Erst im vergangenen Jahr wurde der Bann gegen ein Covid-geschwächtes Maccabi Tel-Aviv gebrochen und nach der fixen Teilnahme 2019 auch 2020 das Ticket für die Gruppenphase gelöst. Die nackten Zahlen des Hinspiels von vergangener Woche, etwa eine Torschussbilanz von 30:2 pro Salzburg, sprechen auch in diesem Jahr eine deutliche Sprache pro Salzburg – aber das muss rein gar nichts heißen.

Das gelbe Malmö?

Da ich mich zu den Pessimisten unter den Fußballfans zähle, kommt mir immer wieder das Jahr 2014 in den Sinn. Auch damals schwamm der FC Salzburg auf einer Welle des Erfolges, heimste Meisterschaft und Cupsieg ein, musste einen Trainerwechsel sowie manche Spielerabgänge verkraften, startete furios in die Liga und ging dann mit breiter Brust in die Duelle mit Malmö FF. Der damalige schwedische Meister, keine 50 Kilometer Luftlinie vom Bröndby Stadion entfernt angesiedelt, holte mit viel Glück ebenfalls ein 1:2 in Salzburg, ehe sich eine Woche später in Südschweden die sprichwörtliche Hölle für Salzburg auftat. Die damalige Hütter-Elf ließ sich vom Malmö-Hexenkessel beeindrucken und eine 0:3-Niederlage bugsierte den österreichischen Meister aus dem Bewerb.

Und auch die Anhängerschaft von Bröndby IF ist bekannt für ihre enorme Lautstärke, die Sangeskraft – und auch den Hass auf Red Bull. Bereits Tags zuvor prangten rund um das Stadion herum zahlreiche Banner mit Hassbotschaften für den österreichischen Serienmeister, dessen Gönner im Jahre 2020 – glaubt man so manchen Medienberichten – eine Übernahme des klammen Traditionsvereins prüfte, was den Bröndby-Ultras gewaltig gegen den Strich ging.

Aus diesem Grund wurde dem FC Salzburg auch empfohlen, den vereinseigenen Bus nicht nach Dänemark zu fahren, sondern die Fahrten zwischen Flughafen, Hotel und Stadion mit einem neutralen Gefährt anzutreten, was die Verantwortlichen auch befolgten. Zudem sind heute Abend keine Gästefans gestattet, was aber an den Covid-Bestimmungen der UEFA und nicht an der Brisanz des Spiels liegt. Auf die Fanunterstützung – 2014 waren mehr als 1.000 mit von der Partie – kann die junge Jaissle-Elf daher leider nicht zählen.

Sei es wie es sei. Der FC Salzburg hat es selbst in der Hand, heute Abend alle Zweifel auszuräumen und den Einzug in die Champions League-Gruppenphase klar zu machen. Das Spiel wird aber sicher nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den Köpfen der heimischen Protagonisten entschieden.

Christoph Lumetzberger, aus Kopenhagen.

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